Ernährungsphysiologie und Humanernährung

Abteilung | Prof. Dr. Andreas Hahn

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Die Abteilung Ernährungsphysiologie und Humanernährung verfügt in Forschung und Transfer über ein breites methodisches und fachliches Repertoire. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Planung, Durchführung und Auswertung kontrollierter Humanstudien, auf die die Abteilung inzwischen auf mehr als 30 Jahre Erfahrung zurückblicken kann. Ergänzt wird dieses naturwissenschaftliche Profil durch eine ausgewiesene lebensmittelrechtliche Expertise, insbesondere an der Schnittstelle zwischen ernährungswissenschaftlichen, lebensmitteltechnologischen und juristischen Fragestellungen.

Seit 1993 konnten diese Kompetenzen in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten sowie in verschiedenen inter- und transdisziplinären Forschungsverbünden mit Partnern aus Hochschule, Forschungseinrichtungen und Industrie angewendet und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die Abteilung arbeitet dabei eng mit angrenzenden Fachgebieten wie Medizin, Sportwissenschaft, Epidemiologie und Präventionsforschung, Pharmakologie und Toxikologie zusammen. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit sozialwissenschaftlich ausgerichteten Disziplinen, insbesondere im Bereich Marketing, Verbraucherforschung und empirische Sozialforschung. Die wissenschaftlichen Arbeiten der Abteilung haben ihren Niederschlag in mehr als 700 Publikationen gefunden, darunter Originalarbeiten, Übersichtsarbeiten sowie mehrere Lehr- und Fachbücher.

Durch die Verbindung ernährungsphysiologischer, lebensmittelwissenschaftlicher, lebensmittelrechtlicher und marktrelevanter Perspektiven leistet die Abteilung zudem einen wichtigen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer. Sie unterstützt Unternehmen bei der wissenschaftlich fundierten Entwicklung, Bewertung und Positionierung neuer Lebensmittel, einschließlich funktioneller Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Bewertung und Absicherung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben sowie auf der Einordnung regulatorischer Anforderungen im Kontext wissenschaftlicher Evidenz.

Derzeit werden diese Projekte bearbeitet.

Forschungseinrichtung am Institute of Food und One Health, unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Hahn

Methoden

Der methodische Schwerpunkt der Abteilung Ernährungsphysiologie und Humanernährung liegt in der Durchführung von Humanstudien, wobei im Wesentlichen drei Ansätze verfolgt werden:

  • Ernährungsphysiologische Studien zur Untersuchung der Bioverfügbarkeit und des Metabolismus von Nährstoffen und anderen Lebensmittelbestandteilen
  • Randomisierte und placebokontrollierte Interventionsstudien mit Lebensmitteln und Lebensmittelbestandteilen im Sinne der Vorgaben der Good Clinical Practice (GCP)
  • Epidemiologische Querschnittsuntersuchungen zur Untersuchung von Zusammenhängen zwischen ernährungsabhängigen Faktoren und Gesundheit sowie Leistungsfähigkeit.

Dabei werden je nach Fragestellung diverse biochemische, physiologische, genetische und funktionelle Marker erfasst, wie u.a.:

  • Blutzell-Deformability Cytometry zur einzelzellbasierten Analyse von Zellgröße, Zellform und Verformbarkeit verschiedener Blutzellpopulationen, insbesondere Erythrozyten, Neutrophile, Monozyten und Lymphozyten
  • AGE-Reader-Messung zur nicht-invasiven Bestimmung der Hautautofluoreszenz als Surrogatmarker für die Gewebeakkumulation von Advanced Glycation Endproducts (AGEs)
  • Anthopometrische Marker (Größe, Gewicht, BMI, Bioelektrische Impedanz-Analysen)
  • Mikronährstoffstatus im Blut (25-OH-Vitamin D, Folsäure, Vitamin B1, B2, B12, Holo-Trans-Cobalamin, Eise, Transferrin, Ferritin, Zink)
  • Marker des Glucosemetabolismus (Glucose, oGTT, Insulin, HbA1c, HOMA-Index)
  • Blutlipide (Triglyceride, LDL-, HDL-Cholesterol, sdLDL, oxLDL)
  • Inflammationsmarker (hsCRP, TNFα, TGF-β, MCP-1, IL-1-β, IL-2, IL-6 und IL-10) in Plasma sowie Zellüberstand nach ex vivo Immunzellstimulation)
  • Fettsäureprofile in Plasma und Erythrozytenmembranen
  • Arterielle Steifigkeit („aterial stiffness“) mittels Carotid-Femoral Pulse Wave Velocity (Pulswellengeschwindigkeit)
  • Marker des Oxidativen Stressmarker (MDA, ADMA)
  • Zusammensetzung der Darmmikrobiota in Stuhlproben mittels 16S-rRNA-Sequenzierung
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Unsere Themen in der Lehre

Unsere Abteilung ist zentral in die Lehre der Fachrichtung Lebensmittelwissenschaft der Lehramtsstudiengänge Bachelor of Science - Technical Education und Master of Education - Lehramt an berufsbildenden Schulen involviert.

Dies umfasst im Kern die naturwissenschaftlichen Fächer Anatomie und Physiologie, Funktionelle Biochemie, Toxikologie, Ernährungsphysiologie und Humanernährung sowie Ernährungsassoziierte Erkrankungen.
Darüber hinaus erfolgt auch Lehre in den Fächern Rohstoff- und Warenkunde, Lebensmittel- und Verbraucherrecht sowie Betriebswirtschaftslehre und Marketing.

Prof. Dr. Andreas Hahn

Prof. Dr. Jan Philipp Schuchardt

Dr. Inga Schneider

Mediathek

Was ist gesunde Ernähung?

Was ist Gesunde Ernährung? fragen die Studenten der Lebensmittelwissenschaft Felix Schlüter, Dirk Zimmermann und Florian Hoffmann. Im Interview spricht Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Jan Philipp Schuchardt über verschiedene Ernährungsformen: Vegan, Paleo, Mediterran.
Das Video ist im Rahmen des Projekts BrainBox entstanden.

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Nahrungsergänzungsmittel: Sinn und Unsinn

Nahrungsergänzungsmittel sind Gegenstand kontroverser, oft einseitiger und interessenpolitisch motivierter Diskussionen. Dazu hat auch beigetragen, dass teilweise Produkte als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, die nicht den rechtlichen Anforderungen an die Produkte entsprechen. Aber auch das seriöse und sehr vielfältige Produktangebot erfordert eine differenzierte Betrachtung. Während in einigen Fällen (so bei der Gabe „kritischer“ Nährstoffe wie Vitamin D und Folsäure oder bei Personen in besonderen physiologischen Situationen, beispielsweise in der Schwangerschaft) der potenzielle Nutzen auf Basis der vorliegenden Daten bewertet werden kann, gestaltet sich das im Hinblick auf etwaige präventive Wirkungen weitaus schwieriger. Unbestritten ist allerdings, dass Nahrungsergänzungsmittel den gesundheitlichen Wert einer vielseitigen und ausgewogenen Ernährung nicht ersetzen können. Im Rahmen der Patientenuniversität der Medizinischen Hochschule Hannover spricht Prof. Andreas Hahn über „Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln“. Der Vortrag gibt einen Überblick über Möglichkeiten und Grenzen von Nahrungsergänzungsmitteln.

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Gesund – mit oder ohne Fleisch?

Im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Tier oder Tofu“ in der Aula der Georg-August-Universität Göttingen referiert Herr Prof. Andreas Hahn zum Thema „Gesund und leistungsfähig – besser mit oder ohne Fleisch“.

Alle Beiträge der Ringvorlesung finden Interessierte im Archiv der Georg-August-Universität Göttingen.

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Nähstoffcheck Vitamin C

Im Podcast ErnährungPlus nimmt Leichtathletin und Influencerin Alica Schmidt gemeinsam mit Co-Moderator Marc Erny und wechselnden Expert:innen wichtige Mikronährstoffe genauer unter die Lupe.
In dem Experteninterview mit Prof. Andreas Hahn geht es um das wohl bekannteste Vitamin – das Vitamin C oder auch Ascorbinsäure. Wie wurde es entdeckt, wo ist am meisten Vitamin C drin und warum ist es für Sporttreibende besonders wichtig?

ErnährungPlus – Der Nährstoff-Check mit Alica Schmidt: Vitamin C

Ernährungsstudien beurteilen

Low-Carb, Clean Eating, Slow Food: die Empfehlungen für eine wirklich gesunde Ernährung wechseln beinahe täglich. Woher diese immer neuen Trends kommen, welche Studien ihnen zugrunde liegen und woher man verlässliche Nahrungsempfehlungen bekommt, darüber diskutiert Prof. Andreas Hahn mit anderen Expertinnen und Experten.

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